Interview – Gerhard Fritsch

Neben der faszinierenden Dimension der Sinnlichkeit und Stilsicherheit kann der Diamant eine durchaus sichere und lohnende Geldanlage sein – hierbei gilt es jedoch, einige grundsätzliche Faktoren zu beachten.

Dr. Onur: Diamanten als Wertanlage sind in Zeiten finanzieller Instabilität äußerst begehrt. Worauf sollte man beim Kauf von Diamantschmuck achten?
G. Fritsch: Absolute Grundvoraussetzung für einen Diamanten in seiner Rolle als beständige Wertanlage ist seine offizielle Zertifizierung durch ein international anerkanntes Institut. Dabei ist es von Wichtigkeit, dass ein derartiges Zertifikat unbedingt den Namen IGI, GIA oder HRD zu führen hat. Aufgrund der internationalen Ausrichtung favorisieren wir derzeit IGI und GIA, und zwar in der genannten Reihenfolge. Für einen klassischen Anlagestein gilt – ähnlich dem Credo „Lage, Lage, Lage“ bezüglich eines Immobilieninvestments – der unumstößliche Grundsatz „Qualität, Qualität, Qualität“, der den Status eines Diamanten definiert. Denn nur wirkliche Spitzensteine sind auf lange Sicht wertstabil und vor allem auch immer wieder veräußerbar.

Dr. Onur: Woran erkennen Sie einen „Spitzenstein“, welchen Kriterien folgt die professionelle Beurteilung?
G.Fritsch: Das bedeutet für uns, dass die Farbe mindestens ein hochfeines Weiß sein muss, dass die Reinheit mindestens SI1 zu sein hat, dass die Kriterien Schliff/Proportionen/Schliffausführung mindestens die Beurteilung sehr gut/sehr gut/sehr gut aufweisen müssen. Wenn man die Stocklisten der großen Diamanteure dieser Welt sichtet, wird einem sehr schnell klar, wie selten und dementsprechend von großer Wertbeständigkeit diese Diamanten sind. So sollte ein wirklicher Anlagediamant meiner Ansicht nach mindestens 1ct oder größer sein.

Dr. Onur: Was für eine Rolle nimmt der klassische Juwelier dabei ein?
G. Fritsch: Eines darf ein Käufer nie vergessen – und das sollte man ihm als ehrbarer Kaufmann auch ganz deutlich sagen: Will er seinen Diamanten einmal verkaufen, braucht es stets einen kaufwilligen Partner. Gerade dann kann und wird der Juwelier – und ich meine hier den wirklichen, klassischen Juwelier, der auch seinem Namen durch seine Diamantkompetenz alle Ehre macht – immer die erste und einzig wirkliche Anlauf- und Beratungsstelle sein, sowohl bei einem Kauf als auch bei einem möglichen späteren Verkauf. Er ist die regionale Vertrauensmarke, der professionelle Experte sowie die seriöse Institution für Diamanten vor Ort. Genau aus diesem Grund rate ich auch jedem Kaufinteressenten dringend davon ab, einem scheinbar günstigen Diamantschnäppchen in diversen Internetportalen zu folgen.

Dr. Onur: Was zeichnet eine wirklich starke Diamantmarke aus? Welche Leistungen dürfen der Händler und der Endverbraucher erwarten?
G. Fritsch: Ein wichtiger Pfeiler für ein erfolgreiches Diamantgeschäft ist die Diamantmarke des Herstellers und Diamanteurs. Eine starke Diamantmarke sollte dem Juwelier den direkten Zugriff zu feinen Diamantqualitäten und den Zugang zu den internationalen Börsen ermöglichen. Dieser Kanal ist ganz entscheidend, denn schließlich garantiert die Diamantmarke dem Endverbraucher Echtheit und höchste Qualität. Eine Diamantmarke schafft Vertrauen und bildet die grundlegende Basis für ein auf lange Sicht angelegtes erfolgreiches Diamantgeschäft. Die Marke ersetzt aber nicht das Zertifikat. Wirkliche Sicherheit erhält der Verbraucher erst durch das internationale Zertifikat einer unabhängigen Institution. Das Zertifikat ist die unabhängige Prüfinstanz für den Qualitätsanspruch einer Marke.

Dr. Onur: Capolavoro nimmt als Diamantmarke einen sehr hohen qualitativen Status ein. Wie wird die Wertigkeit erfasst, wer steht hinter der alles entscheidenden Zertifizierung?
G. Fritsch: Wir von CAPOLAVORO verwenden für unsere DIAMOND COLLECTION ausschließlich ausgesuchte, feinste Diamantqualitäten, die Farbe muss mindestens von hochfeinem Weiß und die Reinheit mindestens SI1 sein, und wir garantieren für unsere IGI-zertifizierten Diamanten ab 0.50ct einen Mindestqualitätsstandard von very good/very good/very good. Wer einen Diamanten derzeit z. B. bei IGI zertifizieren lässt, erfährt sehr schnell, mit welcher hochgradigen Präzision und – in positivem Sinne – unglaublichen Akribie gradiert und zertifiziert wird. Diese absolute Spitzenware hat ihren entsprechenden Preis, sie ist aber selbstverständlich auch immer und überall ihren Preis wert. Und gerade diese Werthaltigkeit ist das unumstößliche Faktum, welches den Diamantenkauf zu einer Geldanlage macht.
Noch ein letztes Wort: Für das Diamantgeschäft sind die alten Kaufmannstugenden unabdingbar, die da lauten: Ehrbarkeit, Verlässlichkeit, Worthalten, Kontinuität, Langfristigkeit, partnerschaftliches Verhalten und das eherne Prinzip: „lieber einmal Geld verlieren als das Vertrauen eines Kunden“.

Interview geführt von Herr Dr. Onur von Genuss und Feinsinn

http://www.gf-luxury.com/

http://www.gf-luxury.com/capolavoro-im-dialog-gerhard-fritsch.html